Der ColorTest /

Der ColorTest

Anfang der neunziger Jahre (nunmehr schon des vergangenen Jahrhunderts!) brachte die Firma CareTec aus Wien das erste wirklich brauchbare Farberkennungsgerät auf den Markt. In diesem 15 cm langen, 4 cm breiten und 2 cm dicken schwarzen Kästchen steckten schon damels wahre Wunder an Technik. In seiner vorderen Schmalseite befindet sich eine quadratische Öffnung, mit der der ColorTest fest auf den zu messenden Gegenstand aufgesetzt wird. Nach dem Druck auf die Meßtaste schickt der ColorTest einen weißen Lichtstrahl durch diese Öffnung und wertet das vom Meßobjekt kommende Licht aus. Gemessen werden die 3 Grundfarben Rot, Grün und Blau, die Helligkeit sowie die Fargbsättigung. Außerdem kann der Colortest die Farbe ansagen, so wie sie ein Sehender angeben würde, zum Beispiel "hellbraun" oder "türkis". Die Meßwerte werden sofort nach der Messung angesagt.

Der ColorTest

Während die ersten Geräte nur ungefähre Farbangaben machen konnten, können die heutigen Geräte bereits eine sehr große Zahl von Farben unterscheiden und sogar Farbstiche erkennen, so daß der Benutzer nicht mehr so sehr auf eine Farbeinschätzung anhand der drei Grundfarben angewiesen ist wie früher. Auch der Funktionsumfang wurde beträchtlich erweitert. Während die ersten Geräte nur über die Zusatzfunktion Lichterkennung verfügten, können die heutigen Geräte auch erkennen, ob der zu messende Gegenstand ein- oder mehrfarbig ist. Dadurch sind nun auch karierte Hosen und gestreifte Hemden leichter zu beurteilen als früher. Außerdem gibt es jetzt weitere Zusatzfunktionen wie Stoppuhr oder Thermometer. Die für die Meßgenauigkeit wichtigsten Verbesserungen bleiben dem Anwender jedoch - wie bei so vielen Geräten - verborgen. So wurde mit der Verwendung von "weißen" Leuchtdioden statt Glühlampen nicht nur eine Lichtquelle mit extrem langer Lebensdauer eingesetzt, sondern auch die Langzeitstabilität erhöht, weil die Farbtemperatur der Lichtquelle für die Messungen praktisch konstant ist.

Einen Haken hat das Ganze allerdings: Wer keine Vorstellung (mehr) von Farben hat, zum Beispiel Geburtsblinde, wird mit diesem Gerät zwar noch seine Wäsche sortieren oder Gegenstände identifizieren können, aber kaum Hilfe erhalten, wenn es um die farbliche Zusammenstellung von Kleidung oder Möbeln geht. Hier kann - wie früher - nur das Auge eines Sehenden helfen, dessen Geschmack man vertraut.

Falk Webel

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© 2003 by Falk Webel, Graz
Erstellt am Fr, 04.10.03, 10:43:18 Uhr.
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