Führhunde im Flugzeug /

Führhunde im Flugzeug

Meine Flugerfahrungen mit Führhund liegen zwar schon einige Jahre zurück, aber ich denke, es wird sich nicht viel verändert haben:

Der Führhund kommt mit in die Fahrgastkabine. Das muss man bei der Buchung des Fluges anmelden, denn die meisten Fluggesellschaften nehmen nur einen Hund pro Flug rein, damit es keine Reibereien zwischen den Tierchen in 8.000 m Höhe gibt. Es gibt auch Fluggesellschaften, die das Mitnehmen im Fahrgastraum komplett verweigern. Da sollte man sich dann einen anderen Flug suchen, denn das Fliegen ist schon aufgrund der ungewöhnlichen Geräusche und Körperempfindungen ein ziemlicher Stress für den Hund. Würde er dann auch noch von seinem Besitzer getrennt und in einem Transportkäfig in einem speziellen "Einschubfach" untergebracht, könnte das einen dauerhaften Schock bedeuten. Die Fluglinien sind nicht generell zur Mitnahme von Hunden bzw. Führhunden verpflichtet, das hängt von der Gesetzeslage im Land der Fluggesellschaft ab. In den USA z. B. müssen sie Führhunde in der Fahrgastkabine mitnehmen.

Mir ist einmal passiert, dass ich bei Lufthansa meinen Hund für Frankfurt-San Francisco und retour angemeldet und bestätigt bekommen hatte. Als ich dann meinen Rückflug antreten wollte, wollten sie meinen Hund in so einen Transportkäfig verfrachten, weil der Flugkapitän die Unterbringung im Fahrgastraum verweigert hat. Wie ich später "unter der Hand" vom Bodenpersonal erfuhr, saß bereits seine Freundin mit einer Katze drin. Das Bodenpersonal war an sich auf meiner Seite, und wir haben lange mit dem Kapitän diskutiert, was dem Flug 20 Minuten Verspätung beim Abflug einbrachte. Der Kapitän blieb bei seinem Standpunkt und ich weigerte mich unter diesen Umständen mitzufliegen. Ich nahm dann einen anderen Flug, was mich einen Tag kostete. Da die Lufthansa auf meine Beschwerde dann auch alles andere als kundenfreundlich reagiert hat, habe ich sie von da an "boykottiert" und bin noch zweimal USA-retour mit Suisse Air geflogen. Dort hat immer alles gut funktioniert und die Schweizer waren insgesamt auch viel netter. Also man sollte sich die Mitnahme des Hundes bei der Buchung immer schriftlich bestätigen lassen.

In der Kabine bekam ich immer einen fußfreien Sitzplatz und dort lag dann mein Hund vor mir auf dem Boden, wenn sie nicht gerade aus Angst versuchte, auf meinen Schoß zu klettern. Letzteres passierte aber nur beim ersten Flug, danach wusste ich Bescheid und gab ihr vorher ein Beruhigungsmittel und sie schlief selig. Besonders gesichert wurde sie nicht. Wir kamen zum Glück nie in so heftige Turbulenzen, dass es gefährlich für sie geworden wäre. Von den Stewardessen wurde sie verwöhnt, mit Streicheln und so weit ich es erlaubte, Wasser und einem Frankfurter Würstel (zuviel trinken und fressen durfte sie nicht, weil es da oben ja keine "Gassi-Wiese" gibt). Sogar einen Rundgang durchs Flugzeug zum "Pfotenvertreten" durften wir machen. Das half auch gegen die Angst.

Barbara Levc

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© 2002 by Barbara Levc
Erstellt am Fr, 19.07.02, 08:01:19 Uhr.
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