Mobilitätstraining /

Mobilitätstraining - was ist das?

In diesem Training lernt man, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden, ohne sich oder andere Teilnehmer zu gefährden.

Das wichtigste Hilfsmittel ist der Langstock. Er heißt so, weil er, vor einem stehend, bis zum Brustbein reichen sollte, um rechtzeitig vor Hindernissen warnen zu können. Es gibt aber auch Kurzstöcke, die sehbehinderte Menschen gerne in Sitautionen einsetzen, wo sie unsicher sind. Auch in Gebäuden eignen sie sich. Für das rasche Gehen auf der Straße sind sie aber nicht wirklich brauchbar. Man registriert Hindernisse viel zu spät.

Langstöcke gibt es aus den verschiedensten Materialien. Sie sollten möglichst leicht sein, da sonst das Handgelenk bei der Pendeltechnik rasch ermüdet. Es gibt ein- oder mehrteilige Stöcke. Bevorzugt werden Teleskop-Stöcke, die man, wenn sie nicht benötigt werden, zusammenschieben und in einer Tasche verstauen kann. Wichtig sind Stockspitzen, die gut am Boden gleiten, damit man nicht andauernd an Unebenheiten hängenbleibt und sich den Stock in den Bauch rammt.

Mit dem Langstock pendelt man vor sich her und sichert den nächsten Schritt. Dazu winkelt man den Arm ab und hält ihn in Hüfthöhe. Die Hand mit dem Stock befindet sich in Körpermitte. Der schräg gehaltene Stock pendelt nun aus dem Handgelenk heraus nach rechts und links. Die Stockspitze sollte immer am Boden bleiben.

Im Mobilitätstraining wird diese Pendeltechnik erlernt. Man trainiert das Gehör, lernt Verkehrssituationen richtig einzuschätzen, übt Wege ein, indem man sich Anhaltspunkte wie Hauseinfahrten, Straßenüberquerungen, markantes im Boden ... einprägt, übt das Überqueren von Straßen, lernt, wann es an einer Ampel grün ist, denn es gibt nicht überall akustische Ampeln.

In den letzten Jahren werden immer mehr Adaptierungen für blinde Menschen angebracht. Es gibt Rillenplatten, an denen man sich ausrichten kann, um eine Straße gerade zu überqueren. An Bus- und Straßenbahnhaltestellen werden Noppenfelder verlegt, um den vorderen Einstieg finden zu können. Große Plätze sind mit Leitlinien versehen. Mit all diesen Hilfen lernt man im Mobilitätstraining umzugehen.

Auch dieses Training genau wie das LPF-Training, richtet sich nach den Bedürfnissen des blinden Menschen.

Petra Raissakis

Twittern

© 2001 by Petra Raissakis, Graz
Erstellt am Fr, 22.12.00, 10:57:33 Uhr.
URL: http://